Für wen das gedacht ist
Drei Gruppen — und eine, für die es nichts ist.
Innovationsverantwortliche in Organisationen
Wer eine Roadmap verantwortet, kennt das Problem aus der Nähe: Der Prozess läuft sauber, die Ergebnisse werden erwartbar. Bewusste Irritation ist hier kein Kreativworkshop, sondern eine Prüfmechanik — sie legt offen, welche Annahmen ein Vorhaben stillschweigend voraussetzt und was passiert, wenn eine davon fällt.
Lehre und Forschung
In der Lehre ist das Thema doppelt brauchbar: als Gegenstand — Innovationsökonomie jenseits der Planungsrhetorik — und als Methode, weil sich der Effekt in einer Seminarsitzung unmittelbar erzeugen und diskutieren lässt. Die theoretischen Anschlüsse reichen von Campbells Variation und Selektion über Kauffmans Adjacent Possible bis zu Knights Unterscheidung von Risiko und Ungewissheit.
Beratung und Moderation
Wer Strategie- und Innovationsworkshops moderiert, braucht Interventionen, die eine festgefahrene Gruppe bewegen, ohne sie zu brüskieren. Dosierte Irritation ist genau das: ein Werkzeug für den Moment, in dem alle einer Meinung sind und niemand mehr etwas lernt.
Und für wen nicht
Wer eine Ideenmaschine sucht, ist hier falsch. Es geht nicht darum, mehr Ideen zu erzeugen — davon gibt es in fast jeder Organisation zu viele. Es geht um die Qualität der Annahmen, auf denen die vorhandenen Ideen beruhen. Wer sein Innovationsproblem für ein Mengenproblem hält, wird von diesem Ansatz enttäuscht sein.